Die Kraft der Demokratiebildung: Wenn Politik für Jugendliche erlebbar wird
Im Vorfeld der Berliner Abgeordnetenhauswahl haben wir an unserer Schule Politiker:innen verschiedener Parteien zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Unser Ziel: Demokratie nicht nur erklären, sondern für unsere Schüler:innen erlebbar und greifbar zu machen.
Demokratiebildung an Schule bewegt sich immer in einem Spannungsfeld: Einerseits geht es darum, demokratische Beteiligung im Schulalltag erfahrbar und verständlich zu machen. Die Schüler:innen sollen erleben, was demokratische Mitbestimmung bedeutet und wie sie Veränderung schaffen kann. Die Schüler:innenvertretung bietet dafür einen wichtigen und bewährten Rahmen.
Andererseits gehört zur Demokratiebildung auch der Blick über die Schule hinaus. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen und Entscheidungen haben natürlich Einfluss auf die Lebenswelt junger Menschen. Für viele Jugendliche ist die Schule zudem der letzte Ort, an dem sie institutionell lernen, was Demokratie ist, wie sie funktioniert und warum wir sie verteidigen sollten.
Eine Podiumsdiskussion mit Politiker:innen vor einer Wahl kann dieses Spannungsfeld auflösen und beides miteinander verbinden. Deshalb haben wir die teilnehmenden Klassen in zwei Schulstunden gezielt auf die Veranstaltung vorbereitet. In der ersten Stunde erhielten die Schüler:innen eine kompakte Einführung in die Grundlagen der Demokratie generell sowie in die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Die zweite Stunde haben wir dafür genutzt, gemeinsam mit den Schüler:innen zu erarbeiten, welche Themen sie beschäftigen und welche Fragen sie an die Politiker:innen richten möchten. So haben wir die Lebenswelt junger Menschen mit der Politik „da draußen“ verbunden.
Bei der Podiumsdiskussion standen dann die Fragen der Schüler:innen im Mittelpunkt. Von Bildung über Inflation und Wohnraum, bis hin zu Außenpolitik und gesellschaftlichem Zusammenhalt wurde ein breites Themenspektrum abgedeckt.
Auch wenn 90 Minuten nach einem langen Schultag eine Herausforderung sein können, haben unsere Schüler:innen die Diskussionen aufmerksam und interessiert verfolgt. Noch Tage später war die Veranstaltung Thema in Gesprächen im Klassenraum oder auf den Fluren. Einige unserer Schüler:innen waren dank des abgesenkten Wahlalters auf 16 Jahre bereits wahlberechtigt. Die Podiumsdiskussion hat sicherlich dazu beigetragen, dass sie eine fundiertere Entscheidung an der Wahlurne treffen konnten.