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Digitalisierung von Schule im Schnelldurchlauf – Kapitel 4

2. April 2020

Beziehungsarbeit und Kontakt zu den Schülern*innen ist nun wichtiger denn je!  

Die Schüler*innen sind nun zu Hause, mit Unterrichtsmaterial versorgt und langsam pendelt sich ein mehr oder weniger normaler Arbeitsalltag ein. Doch gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, die Beziehungen und Nähe zu jedem einzelnen Schüler*in zu halten. Gerade beim Konzept der Quinoa-Schule ist dies fundamental und besonders wichtig. Kein*e Schüler*in soll sich derzeit alleine gelassen oder unbeachtet fühlen. Die Wahrung der Nähe ist jedoch mit vielen individuellen Hürden und Schwierigkeiten verbunden. Um jedem Schüler*in genau die Unterstützung zu liefern, die er /sie braucht, sind viele Lehrer*innen und Tutoren*innen kreativ geworden und haben sich die digitalen Werkzeuge zu Nutze gemacht. Einige dieser Aktionen möchten wir hier mit euch teilen und zu neuen Ideen inspirieren: 

Die Aktionen  

  1. Eltern mit einbeziehen 

In der ersten Woche der Schulschließung haben alle Tutoren*innen die Eltern einzeln angerufen und sie über die aktuelle Lage aufgeklärt und informiert. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist nicht nur für einen geregelten Rhythmus wichtig, sondern auch für Motivation, Sicherheit und die Bewältigung von Problemen oder Ängsten der Jugendlichen.  

  1. Tägliches Update 

Einige Lehrer*innen schicken ihren Schüler*innen jeden Morgen ein Motivations- und Updatevideo für den Tag. So wird der Kontakt stetig aufrechterhalten und die Schüler*innen fühlen sich wahrgenommen und ermutigt für die täglichen Arbeitsaufgaben.  

  1. Sport-Programm 

Regelmäßig werden auf die einzelnen Klassen-Padlets verschiedene Home-Workouts, Yoga- oder Meditationsübungen hochgeladen. So können sich die Schüler*innen inspirieren lassen, um sich auch zwischen den Lerneinheiten eine Auszeit zu gönnen und gesund zu bleiben.  

  1. Motivationsboard 

Damit auch die Kommunikation zwischen den Schüler*innen und der Klassengemeinschaft nicht verloren geht, haben einige Klassen ein internes Motivationsboard entworfen. Dort werden Sprüche, kleine Videos, Fragen oder auch Gefühle geteilt. So bleiben die Jugendlichen auch untereinander vernetzt und können sich über die aktuelle Situation austauschen. Eine sehr tolle Sache, denn so fühlt man sich weniger alleine und bewusster wahrgenommen.  

  1. Individuelle Gespräche 

Jede/r Lehrer*in ist für seine Schülern*innen täglich in einem bestimmten Zeitraum für Fragen zu erreichen. Die persönlichen Gespräche gehen sowohl über Telefon als auch über den Videochat. Dort werden Ängste, Herausforderungen und auch persönliche Probleme besprochen. Eine wertvolle Methode, um einen noch engeren Kontakt zu den Schülern*innen herzustellen und die Beziehungen zu stärken.  

Die aktuelle Situation bringt die Beziehungsarbeit zwar vor einige Hürden, stellt gleichzeitig aber auch die Chance da, die bestehenden Beziehungen zu vertiefen oder Nähe aufzubauen. Die resultierenden Einblicke in die Privatsphäre der Schüler*innen, als auch der Lehrer*innen, liefert dabei eine tiefergehende Verbundenheit und ist äußerst wertvoll für einen noch engeren Kontakt. Der sogenannte “safe space” in welchem sich die Schüler*innen und auch Lehrer*innen zu Hause befinden, trägt dazu bei, dass die Gespräche um einiges tiefer und intimer werden als im normalen Alltag in der Schule. Dies bietet die Chance, Probleme und Ängste offener zu besprechen und individuelle Lösungen für jede/n Einzelne*n zu finden.