Demokratiebildung hautnah an der Quinoa-Schule
Unsere SV hat getagt – zwei Tage voller Demokratie, Austausch und Engagement
Demokratiebildung ist fest im Schulalltag der Quinoa-Schule verankert. Gerade für Schüler:innen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien ist Schule häufig der wichtigste Ort, an dem sie demokratische Prozesse kennenlernen – und erleben, dass ihre Stimme zählt. Demokratiebildung ist damit auch ein wichtiges Element von Chancengerechtigkeit.
Doch wie lernt man eigentlich, wie Demokratie funktioniert? Indem man sie erlebt und aktiv mitgestaltet – zum Beispiel in der Schüler:innenvertretung (SV). Genau das tat unsere Schüler:innenvertretung bei ihrer Tagung am 26. und 27. Januar 2026. Dafür verließen wir bewusst die Schule und trafen uns im Haus der Jugend Mitte am Nauener Platz. Auf dem Programm standen Demokratie, Meinungsbildung und konkrete SV-Arbeit.
Tag 1 – Demokratie verstehen und selbst gestalten
Zum Einstieg gab es einen Input zu grundlegenden Fragen:
Was bedeutet Demokratie? Warum ist sie wichtig? Wie entsteht ein Gleichgewicht zwischen der Würde des Einzelnen und dem Mehrheitswillen?
Ein besonderes Highlight war der Besuch von Orçun Ilter, ehemaliger Berliner Landesschülersprecher. Er berichtete von seinem persönlichen Weg – von der Arbeit in der Schüler:innenvertretung über den Bezirksschüler:innenausschuss bis hin zum Amt des Landesschülersprechers. Seine Erfahrungen und Beispiele gelungener Jugendbeteiligung machten Mut, selbst aktiv zu werden. Unsere Schüler:innen waren sichtlich beeindruckt von seinem Wissen und seinem Engagement.
Nach dem gemeinsamen Pizza-Mittagessen ging es in die praktische Arbeit. Die Schüler:innen tauschten sich zunächst darüber aus, was die Zeit des Ramadans für ihren Alltag bedeutet und wie die Schule diese Zeit gut begleiten kann. Anschließend startete die erste Gruppenarbeitsphase. Entstanden sind dabei zwei konkrete Projektideen:
- Planung von Aktionen rund um ein gemeinsames Fastenbrechen
- Gründung einer Eventgruppe für die Karaoke- und Filmabende
Tag 2 – Position beziehen und gemeinsam gestalten
Der zweite Tag begann mit einer interaktiven Diskussion zur politischen Positionierung. Die Teilnehmenden ordneten sich verschiedenen Aussagen im Raum zu, kamen miteinander ins Gespräch und reflektierten ihre Haltung. Es ging um Werte, Meinungsbildung und die Frage, wie unterschiedliche Perspektiven respektvoll ausgehandelt werden können.
In den sich anschließenden Gruppenarbeitsphasen wurden die bisherigen Kenntnisse und Ideen vertieft und weiterentwickelt. Nach einer Mittagspause mit Döner und Lahmacun – und einer großen Portion Entspannung im Freizeitraum mit Kicker, Billard und Sofas – widmete sich die SV zwei neuen Projekten:
- Planung einer Elefantenrunde zur Abgeordnetenwahl im September
- Ideenentwicklung für das kommende Sportfest
Zum Abschluss gab es eine Feedbackrunde. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv: produktive Arbeit, gute Stimmung, echte Beteiligung – und der Spaß kam auch nicht zu kurz. Die SV geht motiviert aus den zwei Tagen hervor und freut sich darauf, ihre geplanten Projekte in die Praxis umzusetzen und die weitere SV-Arbeit zu gestalten.
Die SV-Tagung „hat gebockt“
Die SV-Tagung hat gezeigt, dass Demokratie nicht von selbst entsteht – sie muss gelernt, verstanden und praktisch geübt werden. Und sie braucht Vertrauen in die eigenen Ideen sowie in die Möglichkeit, etwas verändern zu können.
Doch wie lässt sich feststellen, was die Schüler:innen aus der Tagung mitgenommen haben? Welche Veränderungen hat sie angestoßen? An der Quinoa-Schule möchten wir wissen, ob unsere Arbeit wirkt. Deshalb messen wir regelmäßig, was wir tun. Im Rahmer der SV-Tagung haben wir dafür unsere Schüler:innen vor und nach den zwei Tagen befragt:
- Was bedeutet Demokratie für sie?
- Welche Möglichkeiten kennen sie, um an der Quinoa-Schule mitzubestimmen?
- Warum ist es wichtig, dass auch Kinder und Jugendliche ihre Meinung sagen?
Und natürlich interessierte uns auch ihr Feedback zur SV-Tagung und zur SV-Arbeit:
- Welche Ideen und Wünsche haben sie?
- Was gefällt ihnen gut und woran können wir noch arbeiten?
Unsere Evaluation hat belegt, was in den zwei Tagen spürbar war: Die SV-Tagung „hat gebockt“, die Zusammenarbeit gestärkt und das Gemeinschaftsgefühl wachsen lassen. Besonders die tollen Antworten zur Bedeutung der Mitbestimmung junger Menschen haben uns beeindruckt.
Die SV-Tagung war ein gelungener Impuls für eine starke Schüler:innenvertretung – jetzt kann es richtig losgehen!